Archiv > Aktuell

Lexikon der Bautypen
Hrsg. Ernst Seidl 590 S.,
|
Werbeagenturen arbeiten in Kirchen, Supermärkte beziehen Remisen, Bahnhofsareale werden zu Kulturzentren umfunktioniert, ausgediente Fußgängerunterführungen oder Hallenbäder werden zu hippen Clubbinglocations. Scheinbar hartnäckig hält sich der Typus des Einfamilienhauses und frönt seiner ursprünglich vorgesehenen Nutzung mehr denn je. Wer weiss aber schon, dass dieser Typus ursprünglich vom Landhaus ausging, das sich ursprünglich nur die reiche Bürgerschicht leisten konnte. Erst Ende des 19. Jahrhunderts und im 20. Jahrhundert begannen Regierungen diese Art des Bauens finanziell zu fördern. Das klassische einzelstehende Einfamilienhaus entstand. 350 Typen der europäischen Geschichte bis zur Antike zurück sind in diesem Nachschlagewerk charakterisiert und bilden erstmals einen umfassenden Katalog der abendländischen Bautypen, allesamt etymologisch hergeleitet, historisch aufgearbeitet und mit wichtigen Beispielen erläutert. Studierende an der Universität Tübingen haben ein längst fälliges Standardwerk von der Bogenbrücke, Festung, Mietshaus bis zum Zentralbau gründlich recherchiert und im besten Sinne eines guten Lexikons versammelt und verdichtet.
Im Zeitalter der Zeichen und Marken sind Definitionen (arche)typischer, stilbildender und klar lesbarer Symbole wieder wichtig geworden.
Sie bringen Klärung und Orientierung und legen die Basis für nachhaltige Innovationen aus dem Selbstverständnis unserer gewachsenen Kultur heraus.
(Erwin K. Bauer)