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Alberto Moravia, Verachtung, Wagenbach Verlag 2007, 237 S., Euro 12,30

Erstmals 1954 in Mailand veröffentlicht, in deutscher Übersetzung neun Jahre später, hat der Wagenbach Verlag dieses großartige Werk des italienischen Literaten jetzt wieder aufgelegt. Riccardo ist eigentlich Schriftsteller. Seine Erfolglosigkeit lässt ihn bald zum Drehbuchautoren werden, um den Traum seiner Frau zu erfüllen: eine eigene Wohnung. Und damit beginnt das Ende der Beziehung, die Moravia in schonungslosen Schritten erzählt, die Respektlosigkeit Emilias, Riccardos Versuch, sich die Situation schön zu schweigen. Dieser Handlungsebene wirft Moravia noch eine erstaunliche zweite Reflektionsebene über, wenn der Literat ein Drehbuch über die Odyssee schreiben muss und sich dafür drei Interpretationen anbieten. Die Odyssee als Umdeutung und Ergänzung zum Beziehungswahnsinn, Riccardo als Odysseus, Penelope als Emilia. Am Ende spricht sich Riccardo halluzinierend von der Verächtlichkeit frei. Emilia stirbt.

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